Tieren werden ja gerne menschliche Fähigkeiten zugeschrieben: Da ist der Esel störrisch, der Panther geschmeidig, die Bergziege flink und der Elefant hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Vierbeiner spigeln menschliche Verhaltensweisen und können damit einiges an Wissen transportieren, was vor allem Führungskräften zugute kommen kann: In Punkto Mitarbeiterführung, Empathie und Teamgeist können Chefs von Tieren noch einiges lernen.

Doch das Training mit Pferden, Hunden, Eseln oder Lamas soll nicht nur richtiges Führungsverhalten vermitteln – auch die Selbsterkenntnis ist ein wichtiges Element. “Tiercoaching kann ein guter Weg sein, wieder mit der Natur in Berührung zu kommen und sich zu erden. Tiere können helfen, weil sie nicht beeinflussbar und im wahrsten Sinn des Wortes sehr bodenständig sind”, erklärt der systemische Coach und Organisationsentwickler Ronald Lengyel im Gespräch mit JOBnews.at.

Tiere reagieren auf authentisches Verhalten

“Egal, ob man Chef eines riesigen Konzerns oder kleiner Abteilungsleiter ist, Tiere reagieren nur auf authentisches Verhalten und spiegeln damit das eigene Verhalten, unabhängig von der gesprochenen Sprache”, führt Lengyel aus. Ein herzhaftes “Nein” mag vielleicht Kollegen und Mitarbeiter einbremsen, bei einem Esel hat man nur wenig Erfolg damit. Die vierbeinigen Lebewesen reagieren eher auf Mimik und Gestik als auf das, was der Mensch sagt: “Wichtiger als jeder Monolog ist dann die Frage, wie sehr ich in meiner Mitte bin und wie ich es schaffe, ein Tier zu führen. Auch die eigene Position im Rudel kann so reflektiert werden.”

Stimmen innere Einstellung und Verhalten nicht überein, merken die Tiere das schnell – und blockieren. “Es gibt das alte Sprichwort: Wie man in den Wald hineinschreit, so kommt es zurück”, so Lengyel. “Wenn sich jemand mit Gewalt optimistisch gibt, aber innerlich total abgestumpft ist, dann wirkt das nicht authentisch.” Das merken auch die eigenen Mitarbeiter, denen aber oft die Möglichkeit – und der Mut – fehlt, das rückzumelden. Tiere hingegen reagieren umgehend auf Verhalten, das für sie nicht authentisch ist, und zeigen dem Menschen damit die Grenzen seiner Handlungen auf.

Neue Führungsmethoden von Tieren lernen

Grundsätzlich lässt sich mit vielen Tieren das Führen trainieren. Als Co-Trainer eignen sich insbesondere Herden- und Rudeltiere. Hierzulande werden vor allem Pferde, Lamas, Esel, Hunde, Wölfe, Wale und Greifvögel als Coach eingesetzt, um das Verhalten und die Persönlichkeit von Menschen zu schulen. Es gibt zwar nicht für jedes Business-Problem ein passendes Tier, sagt Pferdetrainer Thomas Egger vom Pferdecoachings Trial n’Happness. “Aber jede Persönlichkeit hat andere Vorlieben, daher geben hier die persönlichen Präferenzen der Führungskräfte den Ausschlag.”

Egger ist vom Coaching auf der grünen Wiese überzeugt: “Trainings in freier Wildbahn abseits von theoriebeladenen Seminarräumen sind Fall effizienter als solche zwischen Mensch – Mensch. Nach zwei Tagen im Training wissen die Manager, in welchen Bereichen sie die Zügel wieder in die Hand nehmen müssen, um ihr Team effizient zu machen. Die Tiere verstellen sich nicht, sie sind ein Spiegel, der uns hilft das Problem schnell zu erfassen.” Wer einmal mit einem störrischen Esel an der Leine über eine sumpfige Wiese gestolpert ist, versteht, warum das Eingehen auf dessen Befindlichkeit sinnvoller ist als die Orientierung an Bilanzen und Rendite.

Diese neuen, ungewöhnlichen Erfahrungen durchbrechen gewohnte Muster. Tiere können beim Menschen in Schichten vordringen, die Trainer nur schwer erreichen können, unter anderen deshalb, weil bei der Beschäftigung mit Tieren die körpereigenen Botenstoffe Dopamin und Oxytozin ausgeschüttet werden. Diese haben nicht nur eine euphorisierende Wirkung, sondern spielen auch beim Aufbau des Vertrauens eine wichtige Rolle.

Coaching mit Tieren: neue Führungsmethoden lernen

Ist nach vielen Rückschlägen der Zugang zum Tier erst einmal gefunden, können diese Erfahrungen auch auf das Zusammenleben in der Firma übertragen werden. Lengyel: “Tiere haben ein gut funktionierendes Diversity Management. Das Omega-Tier hat genauso seine Berechtigung wie das Alpha-Tier. Das kann man sich als Führungskraft schon auch davon abschauen, dass jedes Mitglied im Team gleich viel zählt und nicht derjenige am erfolgreichsten ist, der am lautesten schreit.” Zudem bestätigen Untersuchungen, dass Emotionen wie Neugier, Freude, Aufregung oder Stolz im Umgang mit Tieren geweckt werden, die das Lernen intensiver und nachhaltiger machen.

Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse mit den Tieren werden über einen langen Zeitraum abgespeichert und geben immer wieder neue Entwicklungsimpulse. Gerade in wirtschaftlich anstrengenden Zeiten sei es wichtig, sich unterschiedlicher Methoden zu bedienen, um das eigene Führungsverhalten zu reflektieren, ist Lengyel überzeugt. “Dafür muss man auch neue Lösungen finden, die im Unternehmen noch gar nicht etabliert sind. Sonst läuft man Gefahr, völlig betriebsblind zu werden und nur noch ausgetretenen Pfaden zu folgen, die keine Innovation bringen.”

INFO:
www.pemotion.at

Bildnachweis: www.thinkstock.de

geschrieben von Barbara Oberrauter

zitiert nach http://www.jobnews.at/coaching-mit-tieren/

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